Gestern Abend war ich mit meiner Schwester und ihrer Freundin auf einem Konzert in der Werkstatt in Köln. Und das vorerst nicht sehr begeistert, denn die Reise brachte uns zu den Killerpilzen...Inbegriff einer Bravoband, an Trivialität vermutlich nicht zu übertreffen. Den Abend schlug ich mir auch nur um die Ohren, weil meine Schwester samt Freundin sonst nicht reingekommen wären. Nachdem ich dann hochbegeistert in der Schlange wartete, umringt von größteneils weiblichem Publikum - oh, Wunder! - und mir auch noch meine Holunderlimonadenflasche abgenommen wurde, bevor ich die Konzerthalle betreten durfte, war ich bezüglich des Abends nicht sehr erwartungsvoll. Doch dann: Überraschung! Vor den Killerpilzen trat noch eine Vorband auf: Minerva. Ich werde sie bald mal genauer vorstellen, denn sie haben mich musikalisch doch sehr überrascht. Und auch die Killerpilze waren längst nicht so schlimm, wie erwartet, anscheinend distanzieren sie sich so langsam ein wenig von ihrem "Hab-mich-lieb-Image". So gesehen wage ich es fast, den Abend als gelungen zu bezeichnen. Ja, das kann ich geradezu selber nicht fassen.
Hier noch ein paar Impressionen - man möge diese "Qualität" verzeihen...
Meine neueste musikalische Entdeckung heißt Leddra Chapman! Die selbst geschriebenen Songs der sympathischen Engländerin werden in vielen Fällen ausschließlich begleitet von Akustikgitarre und Violine - super Mischung, wie ich finde. Klasse sind ebenfalls ihr starker britischer Akzent und die einzigartige Stimme.
Auch wenn sie bereits mit der früheren Alanis Morissette verglichen wurde, was ich haaresträubend finde, denn wer kommt schon an Alanis ran - vorallem in ihren ersten Alben? - ist Leddras Musik absolut hörenswert und gleicht mangelnde Alanis-Songtexttiefe durch eine gewisse Frische und Leichtigkeit aus.
Dieser Song ist aus meiner Sicht nicht unbedingt ihr bester, aber ich habe den Eindruck, dass man hier ihre ganze Persönlichkeit erkennen kann, die einfach unfassbar sympathisch und bodenständig wirkt. Und unschlagbar ist natürlich der Fischgesichtsteil. ;D
Definitiv solltet ihr sonst reinhören in "Story", "Joceline" und "Picking Oranges"!
In die warme Decke gekuschelt lauschten wir in unserer Kindheit den abenteuerlichen Geschichten von wunderschönen Prinzessinnen, prächtigen Burgen oder sprechenden Tieren und konnten gar nicht genug bekommen von den Happyends, dem erlösenden Kuss, dem Sieg über das Böse oder einem ganzen Haus aus Lebkuchen. Dass wir heute keinesfalls zu alt sind für solche Träumereien beweist nicht nur, dass Märchen ursprünglich nunmal sowieso für Erwachsene geschrieben wurden, um Moralvorstellungen unters Volk zu bringen, sondern auch ein momentan zu beobachtender Trend in unseren Kinos:
zweifelsohne was fürs Auge - Alex Pettyfer
Märchenfilme flimmern über die Leinwände, vor denen wir es uns nun in kuscheligen Kinosesseln, statt unter der Decke, gemütlich machen können. Die Geschichte der Kinomärchen begann am 07. April, als Beastly in den deutschen Filmtheatern anlief und den Zuschauern eine moderne Version von "Die Schöne und das Biest" präsentierte. Wenngleich die recht kitschige Story und das vorhersehbare Ende nicht gerade auf innovative Filmkunst hindeuten, überrascht der Film mit Vanessa Hudgens als herzensguter Übermensch und Alex Pettyfer als geleuteter Schönling doch durch eine gewisse Bildästhetik und auch die dargestellte Liebesgeschichte ist zweifelsohne was für die romantischen Herzen unter uns. Nicht vergessen dürfen wir natürlich Alex Pettyfer, der als wahrlich recht hübsch anzusehener Kerl schon in der ersten Szene seinen gestählten Körper in die Kamera richtet...zu schade, dass er dann 80 Prozent der Zeit als Biest durch die Gegend laufen muss.
Amanda Seyfried - ein traumhaft schönes Rotkäppchen
Weiter ging es dann mit Red Riding Hood, der zwei Wochen später das deutsche Kinopublikum beglückte. Die abgewandelte Version von "Rotkäppchen" zielt im Vergleich zu Beastly keineswegs auf heitere Märchenstunde ab, viel mehr handelt es sich um eine dunkle, mysteriöse Darstellung eines kleinen Dorfs, bedroht vom großen, bösen Werwolf, der zweitweise in seine menschliche Gestalt zurückkehrt und mitten unter den Dorfbewohnern lebt. Der mit "Thriller" betitelte Streifen stammt von der Twilight-Regisseurin Catherine Hardwick und wer ihren Stil mag, wird Red Riding Hood gewiss lieben, denn ihre Art der Inszenierung von Landschaft, Charakteren, Farben und Musik ist auch hier recht prägnant. Mir persönlich hat der Film sehr gut gefallen, die clevere, verdrehte Story lässt einen bis zum Showdown rätseln, bei welchem Rotkäppchens - übrigens gespielt von der umwerfenden Amanda Seyfried - Lieben es sich bloß um den gefährlichen Wolf handelt.
Wir dürfen also gespannt sein, was sich die Filmindustrie als nächstes einfallen lässt. Ich persönlich stimme für Rapunzel!
Hier noch ein besonderer Leckerbissen aus Red Riding Hood: The Wolf von Fever Ray.